Der Mecklenburgische Planschatz – Land ediert Katalog und Essay-Band über Sondersammlung
Der Mecklenburgische Planschatz : Architekturzeichnungen des 18. Jahrhunderts aus der ehemaligen Plansammlung der Herzöge von Mecklenburg-Schwerin / Für die Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern in Verbindung mit der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker herausgegeben von Sigrid Puntigam. - Dresden : Sandstein Verlag, 2020. - 712; 412 S. [2 Bände im Schuber: Katalog und Essays]
Sogar in gut organisierten Bibliotheken lassen sich mit etwas Glück bis heute Schätze heben. Das seit Jahren bedeutsamste Projekt zur mecklenburgischen Architekturgeschichte verdankt seinen Anfang einem Fund in der Landesbibliothek. Bei Recherchen nach Bauplänen zur Schlösser-Sanierung wurde der Wert eines bis dahin wenig beachteten Konvoluts von Planzeichnungen offenbar. Diese ließen sich bis in das 18. Jahrhundert zurückdatieren und erwiesen sich als Teil der längst verloren geglaubten Plankammer der mecklenburgischen Herzöge. Eine Sensation!
Über die landesgeschichtliche Vielfalt des aufgefundenen Materials und dessen europäische Aspekte informierte vor zwei Jahren eine Ausstellung im Staatlichen Museum Schwerin. Zu jener Zeit arbeiteten bereits Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über die Bauzeichnungen, Gartenpläne und Innenraumentwürfe, welche von Skizzen bis zu aufwändigen Schaurissen reichen. Der Ausstellung war 2015 ein Kolloquium über den Planschatz vorausgegangen, das Einblicke in das herrschaftliche, aber auch ländliche Bauwesen gab und das Inspirationsquellen, Ideen und Konzepte verdeutlichte sowie deren Umsetzung zeigte.
Bauen im 18. Jahrhundert war immer auch Repräsentation und eine Frage von Status und Stand, bei der sich das kleine mecklenburgische Fürstentum bestens behaupten konnte und als europäisch vernetzt erwies. So sorgte eine Folge römischer Blätter an der Bibliotheca Hertziana in Rom für Aufmerksamkeit. Andere Zeichnungen weisen u.a. nach Paris und Sankt Petersburg.
Es galt, mehr als 550 Pläne wissenschaftlich einzuordnen und zu dokumentieren, detailgetreu bis zu den verwendeten Schreibpapieren. Dank der Wertschätzung des Fundes durch das Land und großzügiger Sponsoren gelang in Mecklenburg-Vorpommern ein einzigartiges Projekt, das jetzt mit einer wichtigen Publikation seine Vollendung findet. Die im Dresdner Sandstein Verlag erschienene zweibändige Edition "Der Mecklenburgische Planschatz" ist das wohl umfassendste Werk zu einem historischen Sonderbestand der Landesbibliothek und gibt der Diskussion zur Architekturgeschichte weit über Norddeutschland hinaus neue Impulse. Gleichzeitig sind korrespondierende Pläne aus dem Landeshauptarchiv, dem Kupferstichkabinett des Staatlichen Museums, aber auch aus der Universitätsbibliothek Rostock mit eingeschlossen. Dem opulenten Katalog, der sämtliche Objekte abbildet, ist ein Essay-Band zur Seite gestellt.
Nähere Informationen enthält die Website des Verlages:
Blick in den Essay-Band: https://verlag.sandstein.de/reader/98-375_PlanschatzEssays/
Blick in den Katalog: https://verlag.sandstein.de/reader/98-376_PlanschatzKatalog/
Resonanzen zur Buchpremiere vermittelt ein Videostream: https://www.mv-schloesser.de/planschatz
Die bibliographischen Angaben zur Publikation finden Sie im OPAC der Landesbibliothek: https://opac.lbs-wismar.gbv.de/
Kontaktadresse für Anfragen zur Sammlung: https://www.kulturwerte-mv.de/Landesbibliothek/Literatursuche/Sammlungen/Sammlung-Mecklenburgischer-Planschatz/